Anfang Juni ist eine gute Zeit sich in den Süden zu flüchten. Das deutsche Wetter weiß noch nicht so recht, ob’s schon Sommer ist und lässt sicherheitshalber genug Wasser vom Himmel fallen um die Grillgelüste der Leute etwas abzulöschen. Südlich der Alpen dagegen herrscht angenehme Wärme, die noch vornehme Zurückhaltung ausübt und nicht in den Bereich drückende Hitze vordringt.

Die frühesten Sommerferien beginnen auch erst zum Monatswechsel und so ist die große Masse der Urlaubswilligen noch in der Heimat gebunden. Das bedeutet, es gibt reichlich Platz am Strand. Der ehrgeizige deutsche Tourist muss nicht schon um 5 Uhr morgens Socken und Sandalen anlegen um seine Handtücher auf die knappen Liegen am Pool auszubringen. Letzterer ist vielleicht die bessere Wahl, denn das Mittelmeerwasser ist noch nichts für Warmduscher zu dieser Zeit.

Quo vadis?

Die wortwörtlich naheliegendste Möglichkeit südliche Lebensart an einem nennenswerten Gewässer in schöner Landschaft zu leben bietet der Gardasee, welcher von München aus bei guter Führung in weniger als 5 Stunden zu erreichen ist. Muss es Salzwasser sein, ist die italienische Adria bei Lignano der nächstgelegene Punkt, und lediglich eine Autostunde weiter.

Die italienische Adria bietet vor allem klassischen Badeurlaub mit langen, flachen Sandstränden bei ähnlich flachem Hinterland. Die prominentesten Orte, Lignano, Caorle und Jesolo, sind sehr touristisch. Wer so etwas wie eine natürliche Altstadt sehen will, muss schon einen Ausflug nach Venedig unternehmen, welcher schon für sich selbst sicher lohnenswert ist. In den Badeorten gibt’s zwar reichlich Shops, Bars und Restaurants, aber eher weniger gewachsenes italienisches Flair.

Auf der anderen Seite vom Stiefel ist Genua der erste Anlaufpunkt um dem Mittelmeer Hallo zu sagen. Sieben Stunden Autofahrt sind es von München aus an die Riviera. Ohne Pinkelpausen wohlgemerkt! Genua selbst ist aber eine große Hafenstadt und für einen ruhigen Strandurlaub eher nicht optimal. Da muss also noch bisschen was draufgerechnet werden um sich in einen der idyllischeren Küstenorte Liguriens zu verdrücken.

Die gibt es allerdings reichlich und die meisten haben ihren natürlichen italienischen Charme nicht völlig der Fremdenverkehrsinfrastruktur opfern müssen. Ganz im Gegenteil. Die Landschaft ist direkt von der Küste weg gebirgig. Die Strände sind im Gegensatz zur italienischen Adria nicht kilometerlang, sondern eher buchtenartig begrenzt. Das Klima ist ganzjährig mild und manche Leute baden sogar noch im November im Meer.

Für welche Ecke man sich auch entscheiden mag, italienisches Dolce Vita mit gutem Essen, Wein und Kaffee findet man in jedem Fall. Für mich ist das ein absolutes Killerkriterium und lässt mich auch in Zeiten, in denen man mit weniger als 12 Stunden Flugzeit keinen Nachbarn mehr beeindrucken kann, immer wieder gerne nach Italien fahren.

Aber warum rede ich von Italien? Da bin ich doch nur durchgefahren auf dem Weg zur…

Fortsetzung folgt.

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