Gewürzgurken sind für jemanden, der wie ich im Süden Bayerns aufgewachsen ist, ein typischer Bestandteil eines Brotzeitensembles. Sie kommen meist in eher unscheinbaren Glastöpfchen daher, denen man nur Emotionen widmet, solange sie den eigenen Öffnungsbestrebungen widerstehen. Hat man den Inhalt seiner bestimmungsgemäßen Verwendung zugeführt, entledigt man sich des nun obsoleten Behältnisses unzeremoniell an einem bequem gelegenen Altglascontainer. Die Geschichte einer ruhmlosen Zweckbeziehung, ohne jede Liebe und Romantik.

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Mein Verhältnis zu Gurkengläsern war ein genau solches…bis ich vor einigen Monaten eher zufällig in den Weiten des Internets über einige Bilder gestolpert bin, die mir deutlich gemacht haben, dass diese schlichten und standardisierten Nahrungsmittelbehälter einen durchaus tiefen Charakter haben.

Befreit man sie von Inhalt, Etikett sowie der Prädisposition der eigenen Wahrnehmung, kann man ihr wahres Wesen erkennen: ein fast kostenloses Gefäß mit quasi unbegrenzter Lebensdauer, dicht verschließbar und auch irgendwie formschön. Kurz: ungeheuer praktisch und vielseitig. Seit dieser Erkenntnis kann ich nicht mehr durch einen Supermarkt gehen ohne mich zu fühlen wie in einer Glaswarenabteilung.

Es hat auch schon das Eine oder Andere nur wegen des Glases den Weg in meinen Einkaufswagen gefunden. Der Inhalt wurde zur Nebensache. Sie haben bei mir die Rolle als hauptsächlich genutztes Trinkgefäß eingenommen. Meine herkömmlichen Gläser verwende ich kaum noch. Die sind einfach zu klein und müssen nach gefühlt einmal antrinken schon wieder nachgefüllt werden. Gläser aus filigranem Glas fühlen sich dann so zerbrechlich an. Aber auch mit dickerem Glas bieten sie durch ihre kegelform nur relativ wenig Standfläche. Die Gurkengläser sind da in allen Punkten überlegen…bis auf einen: Herkömmliche Gläser sehen hübscher aus.

Aber ein Hartzster4life versteht sich darauf aus gewöhnlich cool zu machen.

1. Der Inhalt

Mach was hübsches rein und es sieht hübsch aus! Die Möglichkeiten sind nur so endlich wie die eigene Fantasie. Mein persönlicher Favorit sind dabei „Salate für unterwegs“. Dressing unten rein, Salatzutaten dazu, Deckel obendrauf und man kann seinen gesunden Snack überall hin mitnehmen. Aber auch Vor- und Nachspeisen, wie Eintöpfe, Suppen oder Eiscreme lassen sich im Einmachglas hervorragend und außergewöhnlich präsentieren. Dabei ist bei Essbarem noch lange nicht Schluß! Anything goes in a Gurkenglas!

2. Das Dekor

Mach was hübsches drauf und es sieht hübscher aus!
Ich konnte hier die wunderbare Hannah Rabenstein dafür gewinnen, den Gurkengläsern ihren ganz persönlichen handgeschriebenen Touch zu verleihen.

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