Viele Männer gehen sehr ungern Kleidung kaufen. Oft genug kennen sie nicht mal ihre Größe. Mit derartigem Geheimwissen allerdings könnten sie ihren Einkaufsprozeß deutlich effizienter und für alle Beteiligten angenehmer gestalten. Jetzt aufpassen lohnt sich also, meine Herren!

Eins vorneweg: Wenn das Hemd eine Größenbezeichnung ala S, M, L oder XL aufweist, ist es kein Anzughemd! Ich würde ja sogar soweit gehen und behaupten, dass so etwas überhaupt kein richtiges Hemd ist sondern eher ein besseres Polo-Shirt. Zumindest verwendet man es ähnlich, nämlich casual. Solche Hemden sind normalerweise darauf ausgelegt nicht in die Hose gesteckt zu werden und sind entsprechend kürzer und teils auch speziell dafür geschnitten. Das soll uns jetzt an dieser Stelle aber nicht interessieren.

Größe und Form beim Anzughemd

Ein richtiges Anzughemd jedenfalls wird primär über die Kragenweite gemessen. Dazu kommt dann noch die Schnittform. Manche Marken bieten einem zusätzlich die Möglichkeit die Armlänge zu variieren, aber das ist eher die Ausnahme.

Die Kragenweite ist schlicht und ergreifend der Umfang des Halses in Zentimetern. Dabei sollte das Maßband über den Adamsapfel gehen. Schließlich muss der auch in den Hemdkragen passen. Dazu noch einen Finger dazwischen stecken. Das hilft beim Atmen mit geschlossenem Kragen und gebundener Krawatte. Hat das Hemd die richtige Kragenweite, wird es auch nach stundenlangem Tragen nicht unbequem.

Für mich ist 39 die richtige Kragenweite. Enger lässt mein natürlicher Drang zu Atemluft nicht zu und bei Größe 41 entsteht eine unschöne Lücke zwischen Hals und Hemd. Trägt man das Hemd ausschließlich offen, fällt das nicht sonderlich ins Gewicht. Bei geschlossenem Kragen mit Krawatte wirkt das unsauber und zerstört damit ja genau den Effekt, den man mit so einem Outfit erzielen möchte.

IMG_41301Die Schnittform ist grob gesagt die Weite des Hemdes. Natürlich wäre es zu einfach und eindeutig die mit eng, mittel und weit zu betiteln und deshalb gibt es da diverse clevere Bezeichnungen, je nachdem wie kreativ die Marketingabteilung des jeweiligen Herstellers gearbeitet hat.

Weite Hemden findet man unter Comfort Fit oder Loose Fit. Sie sind an den Schultern schon weiter, mit Dehnfalten im Rückenteil, und lassen auch dem Rest des Oberkörpers reichlich Luft. Sie sind insgesamt etwas länger geschnitten, so dass genug Stoff vorhanden ist um auch den umfangreicheren Mann ausreichend bedecken zu können.

Der Regular Fit oder auch Modern Fit ist die Mitte. Manchmal wird der sogar als Tailored Fit bezeichnet, was zu Verwirrungen führen kann. Ich hatte ursprünglich den Begriff “tailored” mit “eng geschnitten” assoziiert. Aber dem ist nicht so. Der Schnitt ist zwar leicht tailliert, also um den Bauch herum schmaler als an den Schultern, trotzdem immernoch luftig. Natürlich deutlich weniger als bei weiten Hemden, aber ein deutlich sichtbarer Faltenwurf an der Taille ist vorhanden. Siehe Bild rechts.

Als Mann mit schlanker Statur mag ich persönlich anliegende Hemden am liebsten. Dafür gibt es den Slim Fit oder auch Body Fit. Diese sind nicht nur schmal geschnitten sondern dazu auch noch relativ stark tailliert. Dadurch verschwindet der Stoff praktisch ohne Faltenwurf im Hosenbund. Siehe auch das Titelbild dieses Artikels.

Wollt Ihr wirklich sicher gehen oder einfach nicht selbst mit dem Maßband rumfummeln, dann begebt Euch in das Ladengeschäft eines ordentlichen Herrenaustatters oder Hemdenvertriebes! Dort kann man die entsprechenden Modelle tatsächlich anprobieren. Und Beratung gibt es meist auch mit dazu. Sitzt dann eines besonders gut, einfach Hersteller, Kragenweite und Schnittform merken oder aufschreiben und die Zukunft gestaltet sich gleich einfacher.

Das wären die wichtigsten Kriterien bezüglich der Maße. Im nächsten Artikel geht es dann um die Details, wie Kragenform und Manschetten.


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