Lässt man Genua links hinter sich liegen um Richtung Westen an der Küste Liguriens entlang zu fahren, gelangt man in ein sehr schönes Fleckchen strandgesäumter mediterraner Erde, welches ich Euch hier wärmstens empfehlen möchte: Die Cote d’Azur, die azurblaue Küste.

Überschreitet man die Grenze zu Frankreich bei Menton, ist man offiziell im Gebiet der Cote d’Azur angekommen. Die bekanntesten Orte sind sicher das Fürstentum Monaco, Nizza, das für seine Filmfestspiele bekannte Cannes, und last but not least, der Treffpunkt der Reichen und Schönen, Saint Tropez.

Letzteres kennt die jüngere Generation wohl am ehesten durch DJ Antoine’s Sommerhit “Welcome to St.Tropez”. Ich für meinen Teil erinnere mich zuallererst an Louis de Funès und den Film “Der Gendarm von St.Tropez”, der 1964 gedreht wurde und in meiner Kindheit öfter mal im Fernsehen lief. Wir hatten ja nix damals.

Wirklich berühmt wurde der Ort aber noch ein paar Jahre früher, nämlich 1956. Die noch 18jährige Brigitte Bardot spielte die weibliche Hauptrolle an der Seite von Curd Jürgens in dem Film “…und ewig lockt das Weib”. Der Film testete die Grenzen dessen, was an sexueller Darstellung in einem Kinofilm zu der Zeit gesellschaftlich akzeptiert wurde. Der einhergehende Skandal machte die Bardot direkt zu einer international bekannten Größe und den Drehort, der gleichzeitig auch ihr Geburtsort ist, gleich mit.

Diese PR-Spritze schoss Saint Tropez von seiner eher unscheinbaren Existenz als verschlafenes Fischerdörfchen mit ein paar ansässigen Künstlern in kürzester Zeit zum Tummelplatz von Promis und solchen, die welche sein wollen. So findet man heute eine Filiale von so ziemlich jedem namhaften Luxushersteller, wie zum Beispiel Louis Vuitton, Dior oder Chanel, während der kleine Hafen voll ist mit den Yachten der Menschen, die diesen Boutiquen sicher guten Umsatz bescheren. Dabei müssen die wirklich dicken Brummer draußen in der Bucht vor Anker gehen. Das Hafenbecken ist einfach zu klein.

Das Städtchen ist auch heute nicht groß. Der mediterrane Charme wurde zusammen mit den alten Häusern gut erhalten. Um die Hafenpromenade herum finden sich zahlreiche schmale Gassen mit allerlei Shops, Bars und Restaurants, einige davon sehr luxuriös und teuer, die Mehrzahl aber eher normal. Anfang Juni herrscht noch wenig Trubel und man kann bequem und in Ruhe herumschlendern und gegebenenfalls seinen Sitzplatz frei wählen. In der Hochsaison dagegen wird es rappelvoll. Sicher nichts für Klaustrophobiker.

Die Unterbringung in Saint Tropez und im direkten Umfeld ist ganzjährig nicht gerade günstig, in der Saison aber dann richtig teuer. Das hält den Pöbel auf Distanz. Der kluge Hartzster4life aber kann in den umliegenden Ortschaften zu durchaus erschwinglichen Preisen unterkommen. Zum Beispiel in Sainte-Maxime, das auf der gegenüberliegenden Seite des Golfs von St.Tropez gelegen ist.

Dabei handelt es sich um ein eigenes kleines Dörfchen, mit eigenen malerischen Gassen, Restaurants, Bars und Shops. Luxusboutiquen sucht man hier vergebens. Die erreicht man aber leicht mit der Fähre nach St.Tropez, die einen für €7,50 pro Person innerhalb von 15 Minuten übersetzt. Das ist in jedem Fall deutlich schneller und angenehmer als sich mit dem Auto eine Stunde oder gar mehr um die Bucht herum durch den notorischen Stau zu schieben. Es gibt nur eine Straße, die an der Küste entlang führt, und die ist mangels Ausweichrouten notorisch verstopft.

Mein Luxus-Hartzster-Tipp also: Mit einigen Freunden zusammen eine Ferienwohnung oder, wenn es das Budget hergibt, gar gleich eine Villa mit Pool in Laufweite zum Hafen von Sainte-Maxime ordern und einfach mal die Seele baumeln lassen.

Fortsetzung folgt.

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