Jeder hat schon mal vom Windsor-Knoten gehört, selbst wenn man noch nie eine Krawatte getragen hat. Dabei handelt es sich eigentlich um zwei Knoten, den vollen oder auch doppelten und den halben oder auch einfachen Windsor. Wer sich mit dem Titel „kompetenter Krawattenbinder“ schmücken möchte, sollte beide in seinem Repertoire haben.

Benannt sind die Knoten nach dem Duke of Windsor, der sie aber weder erfunden noch besonders häufig selbst getragen hat. Aber halten wir uns hier nicht unnötig mit der Historie auf! Viel wichtiger ist der praktische Nutzen. Dabei muss ich zugeben, dass ich persönlich den einfachen Windsor nicht verwende und den doppelten nur bei bestimmten Hemdkragen. Nichtsdestotrotz ist der halbe Windsor die natürliche Wahl für den zweiten Knoten im Leben eines eigenhändig krawattenbindenden Mannes. Er ist eine Stufe komplexer als der 4-in-Hand, aber immer noch einfach. Beherrscht man ihn, ist der doppelte Windsor nur noch unwesentlich schwieriger. Die Zeit für das Üben dieses Knotens ist also durchaus gut investiert.

Der einfache Windsor

Der halbe Windsor hat im Vergleich zum 4-in-Hand eine zusätzliche Innenschlaufe. Das macht ihn etwas dicker und breiter, insgesamt aber bleibt er im mittleren Bereich. Dadurch eignet er sich für Hemden mit ebenfalls mittelgroßer Kragenöffnung, wie z.B. einem normalen Kent. Er ist ähnlich dem 4-in-Hand nicht hundertprozentig symmetrisch.

 

  • um den Hals

Schritt für Schritt

Bild 1: Krawatte um den Hals legen.
Bild 2: Das breite Ende vor der Brust über das schmale Ende kreuzen.
Bild 3: Das breite Ende nun hinter dem schmalen nach oben durch führen. Dabei auf der rechten Körperhälfte bleiben.
Bild 4: Die so enstandene Schlaufe sauber eng, aber nicht zu fest, ziehen.
Bild 5: Das breite Ende horizontal hinten herum führen.
Bild 6: Das breite Ende horizontal vorne herum führen.
Bild 7: Das breite Ende nun erneut hinten oben durch führen.
Bild 8: Das verbliebene Stück der Krawatte durch die Schlaufe führen.
Bild 9: Den Knoten zuziehen und ablängen. Voila!

Das hat jetzt sicher nicht weh getan, oder? Bis auf die zusätzliche Schlaufe gestaltet sich das Binden dieses Knotens nahezu identisch zum einfachen Krawattenknoten. Die Areale des männlichen Gehirns, die für das Krawattenbinden reserviert sind, sollten also nicht überansprucht worden sein.

Im nächsten Teil vollenden wir den Windsor bevor wir uns dann in Teil 4 meinem persönlichen Lieblingsknoten zuwenden werden. Dranbleiben!


Alle 4 Beiträge der Reihe Krawatte binden:

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