Der volle Windsor ist ein mächtiger Knoten. Das hat aber nichts mit dem gleichnamigen Herrscherhaus zu tun, sondern viel mehr mit der schieren physischen Präsenz. Er ist breiter und dicker als die meisten anderen Standardkrawattenknoten und verdrängt diese allein mit seiner dominanten Optik.

Der doppelte Windsor

Der volle Windsor hat im Vergleich zum halben auf beiden Seiten eine Innenschlaufe. Das macht ihn symmetrisch, aber auch sehr breit und voluminös. Er beansprucht viel Raum und eignet sich daher besonders für Hemden mit sehr weiter Kragenöffnung, wie zum Beispiel beim Haifisch-Kragen, aus diesem Grunde auch bekannt als Windsor-Kragen. Der Knoten nimmt der Krawatte deutlich mehr Länge als der 4-in-Hand sowie dem halben Windsor. Deswegen muss man die erste Kreuzung schon sehr früh ansetzen um am Ende eine ausreichende Länge erzielen zu können.

 

  • um den Hals

Schritt für Schritt

Bild 1: Krawatte um den Hals legen. Das schmale Ende sollte für diesen Knoten etwa eine Handbreit kürzer als im Bild angesetzt werden.
Bild 2: Das breite Ende vor der Brust über das schmale Ende kreuzen.
Bild 3: Das breite Ende nun hinter dem schmalen nach oben durch führen. Dabei auf der rechten Körperhälfte bleiben.
Bild 4: Die so enstandene Schlaufe sauber eng, aber nicht zu fest, ziehen.
Bild 5: Das breite Ende horizontal hinten herum führen.
Bild 6: Das breite Ende von vorne nach hinten durch die Halsschlaufe führen. Dadurch entsteht die zweite Innenschlaufe, die diesem Knoten seine Symmetrie verleiht.
Bild 7: Das Ganze möglichst faltenfrei eng ziehen.
Bild 8: Das breite Ende horizontal vorne herum führen…
Bild 9: …von unten nach hinten oben durch…
Bild 10:…von oben nach unten durch die Schlaufe…
Bild 11:…mit Gefühl den Knoten fester ziehen und die Krawatte ablängen.

Die volle Pracht dieses Knotens geht hier im Bild leider etwas unter, da knapp die Hälfte der Knotenfront unter dem Kent-Kragen verschwindet. Ich besitze kein Hemd mit Haifischkragen, da dies nicht meiner persönlichen Stilphilosophie entspricht. Ich möchte, dass sich der Krawattenknoten dezent in das Gesamtbild einfügt ohne aufzufallen. Die Krawatte ist das Accessoire und nicht der Knoten! Dafür wird hier sehr deutlich warum Kragen und Knoten aufeinander abgestimmt sein sollten.

Dem aufmerksamen Krawattenknotenbinderschüler ist vielleicht aufgefallen, dass alle drei Knoten schön aufeinander aufbauen und sich demzufolge nur geringfügig unterscheiden im Bindevorgang. Das ist natürlich kein Zufall. Ich habe diese Reihenfolge so gewählt um die Grundlagen des Krawattenbindens mit relativ geringem Lernaufwand zu vermitteln. Gleichzeitig ist der geneigte Leser nun mit drei Knoten für alle gängigen Situationen gut gerüstet. Mehr braucht es nicht. Die Pflicht ist erfüllt. Alles weitere gehört zur Kür.


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