Nachdem wir das Pflichtprogramm durch haben, kommen wir jetzt zur Kür. Ich freue ich mich darauf Euch meinen absoluten Lieblingsknoten vorstellen zu dürfen.

Der Pratt

Den ersten seiner vielen Namen hat dieser Knoten von einem Mitglied der US-amerikanischen Handelskammer, Jerry Pratt. Dieser hat 1986 dem Fernsehmoderator Donald Shelby seinen Knoten beigebracht, welcher ihn dann oft in seiner Fernsehesendung trug. Deswegen ist auch der Name „Shelby-Knoten“ oder „Pratt-Shelby“ verbreitet. Aufgrund des Herkunftslandes ist auch die Bezeichnung „American“ gängig. Der eher technische Namen „umgekehrter halber Windsor“ gibt ein wenig Aufschluss über die zugrunde liegende Technik.

Die herausragende Eigenschaft des Pratt ist seine Symmetrie bei gleichzeitig nur mittlerer Größe. Das macht ihn sehr universell einsetzbar. Er ist symmetrischer als der halbe Windsor, aber deutlich schlanker als der volle, und vereint damit die guten Eigenschaften beider ohne die schlechteren zu erben. Zu verdanken hat er das seinen quasi 1,5 Innenschlaufen, die sehr ökonomisch gebunden sind und damit relativ wenig Länge wegnehmen. Die Besonderheit beim Binden ist die Ausgangsposition: Die Krawatte wird hier mit der Rückseite nach oben um den Nacken gelegt. Das breite Ende kreuzt dann hinten. Der Schwierigkeitsgrad entspricht der eines halben Windsors.

 

  • um den Hals, Rückseite nach oben

Schritt für Schritt

Bild 1: Die Krawatte mit der Rückseite nach oben um den Hals legen.
Bild 2: Das breite Ende hinter dem schmalen kreuzen.
Bild 3: Das breite Ende nun von vorne nach hinten oben durch die Nackenschlaufe führen.
Bild 4: Erste Innenschlaufe eng ziehen.
Bild 5: Die Spitze horizontal vorne herum führen.
Bild 6: Das breite Ende von unten über hinten nach oben durchführen. Die zweite Innenschlaufe entsteht.
Bild 7: Der Abschluss erfolgt wie üblich. Die Spitze von oben durch die Knotenschlaufe führen.
Bild 8: Den Knoten sachte zuziehen und dabei ablängen.
Bild 9: Nun kann man die Symmetrie des Knotens in vollen Zügen genießen.

Im letzten Bild kann man auch schön den sogenannten Dimple erkennen, das Grübchen direkt unter dem Knoten. Dieses entsteht beim Pratt gerne mal ohne besonderes Zutun. Eine weitere Eigenschaft, die ich an ihm schätze. In 9 von 10 Fällen entscheide ich mich für einen Pratt-Knoten. Nur wenn es schmaler sein soll greife ich auf den einfachen Krawattenknoten zurück.


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