Wie das Matching bei Tinder so funktioniert habe ich ja bereits beschrieben. Ergibt sich ein Match gibt die App einen freudig erregten Ton von sich und behauptet so etwas wie “Du und XYZ steht aufeinander!”. Das halte ich für eine etwas gewagte Behauptung.

Was Männer nicht verstehen

Speziell unerfahrene Männer neigen nun dazu dieses Matching völlig überzubewerten und direkt als Aufforderung zum Geschlechtsakt zu sehen, wo nur noch Ort und Zeit ausgemacht werden müssen. Dabei heißt das viel mehr so etwas wie “Ich finde Deine Bilder ganz ordentlich, aber jetzt zeig mal was Du so kannst!”. Die Damen erwarten nun eine schriftliche Botschaft, die vor Humor, Kreativität und Charme nur so strotzt. Schreibt ihr nur ein “Hi! Wie geht’s?”, seid ihr raus. Punkt. Lustigerweise sind manche Frauen genauso plump in der Annäherung, wenn sie sich denn ausnahmsweise mal dazu entschließen selbst die Initiative zu ergreifen.

Dabei ist die Sache eigentlich ganz simpel. Stellt euch vor ihr sucht einen neuen Mitbewohner für die eigene Wohnung in bester Lage und die Inbox läuft gerade über mit Antworten auf die Ausschreibung. Würde eine „Hallo. Ich will die Wohnung.“ euch zu weiterer Kommunikation anregen, wenn noch fünfzig Leute bedient werden wollen? Was wollt ihr gleich vorab wissen von jemandem, mit dem ihr einen doch relativ intimen Teil eures Lebensbereiches teilen werdet? Wie würdet ihr gerne selbst angesprochen werden?

Manche Mädels benutzen solche Apps nur um ihren eigenen Marktwert abzuchecken bzw. um ihr Selbstbewusstsein aufzupeppen. Sie haben kein Interesse an Kontakten sondern sind einfach nur like-geil. Oder sie wollen nur mal schauen, wie das so ist und sehen das Ganze eher so wie ein Videospiel. Pokémon für Menschen, die nichts mit Pokémon anfangen können quasi.

Was Frauen nicht verstehen

Einige Männer agieren ergebnisorientiert. Das heißt, sie wischen einfach alles nach rechts und schauen sich die Profile erst genauer an, wenn sie gematcht wurden. Das klingt erstmal fies, aber es ist definitiv effizient. Das Leben ist kein Ponyhof und Masse auch eine Qualität. Bildet euch also lieber nicht allzu viel auf die Anzahl der erzielten Matches oder Likes ein.

Viele männliche Likes entstehen nach dem Prinzip “Ok. Würde. Bis sich was besseres findet.” Männer suchen eben eher andersrum als Frauen. Sexuell attraktiv? Ja, super! Wenn sie dann noch cool ist, noch viel superer. Aber muss auch nicht sein. Für bisserl Rummachen reicht’s jedenfalls erstmal.
 
Und weil das jetzt so kurz war, gleich noch einen hinterher!
 

Mythos Sexportal – Online aufreißen ist einfacher

Dieser Mythos stimmt sogar…ein wenig. Die Online-Annäherung macht an genau einer Stelle die Sache tatsächlich etwas einfacher: die allererste Interessensbekundung. Das hilft vor allem besonders schüchternen Menschen diese für sie im Normalfall zu mächtige Hemmschwelle in relativer Gefahrlosigkeit zu überwinden. Das ist aber lediglich der erste Schritt. Alles danach ist gewöhnliche Beziehungsanbahnung. Die App hat ihre Schuldigkeit getan. Ab jetzt liegt es wieder an jedem selbst. Wer hier nichts zu bieten hat, geht genauso leer aus wie sonst auch.

Was Männer nicht verstehen

Die meisten Mädels sind sehr schüchtern und haben starke Hemmungen von sich aus Jungs anzusprechen. Sie verstecken sich dann gerne hinter den alten Geschlechterrollen, bei der den Männern die Initiative praktisch aufgezwungen wird. Tatsächlich verbirgt sich dahinter die pure Angst vor Bloßstellung und dabei eventuell noch einen Kratzer in das ohnehin schon verbeulte Ego zu bekommen. Selbst augenscheinlich attraktive Frauen sind voller Selbstzweifel. Ihre eventuell arrogante Erscheinung ein Schutzmaske. Euer geheimer Schwarm ist also vielleicht gar nicht so unnahbar, wie ihr vielleicht glaubt. Ihr müsst nur durch die Verteidigungslinien gelangen.

Was Frauen nicht verstehen

Die meisten Männer haben genauso Schiss Respekt davor Frauen anzusprechen wie ihr andersrum. Viele Kerle würden sich wohl eher mit nichts als einem mickrigen Speer bewaffnet vor einen Löwen stellen, als eine für sie tolle Frau ansprechen. Da helfen auch aufgepumpte Muskeln, Tattoos und das Posergehabe eines Gangsta Rappers nicht wirklich. Die sind genauso aufgesetzt wie eure Schutzarroganz.

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