Leben wie Gott in Frankreich. Ich glaube, dieser Spruch ist Pflicht, wenn man über Essen, Trinken und ja, einfach gut leben in der Grande Nation spricht oder schreibt. Und wie könnte man das Thema auch auslassen? Unmöglich! Deswegen haken wir das jetzt ab.

Zur Erinnerung: Wir befinden uns an der Côte d’Azur bei Saint Tropez. Technisch betrachtet sind wir damit in dem Teil Südfrankreichs, der auch als Provence weltweit bekannt ist. Wir sitzen also im Schmelztiegel von Provence und Mittelmeer. Wenn man da nicht gut essen kann, wo dann?

Die Kräuter der Provence ist sogar für Menschen, die Kochzutaten nur aus der Speisekarte kennen, ein Begriff. Oregano, Thymian, Rosmarin, Majoran, meist auch noch Bohnenkraut, wachsen hier mehr oder weniger überall und finden damit auch frisch ihren Weg in die meisten Gerichte der Region, von denen ich mal eine Handvoll hier anreißen möchte.

Der Nizza-Salat bzw. Salade niçoise, wie ihn der Franzose nennt, trägt seine Herkunft deutlich im Namen. Gemacht wird dieser mit Oliven, harten Eiern, Sardellen und Thunfisch, daneben Blattgemüse, Tomaten und eine Vinaigrette. Ich denke es ist diese Kombination aus Fisch und der säuerlichen Salatsoße, die diesen Salat zu etwas Besonderem macht.

Die weltberühmte Bouillabaisse wurde in Marseille erfunden, hat sich aber an der Côte d’Azur entlang in alle Welt verbreitet. Diese wird mit mindestens drei verschiedenen Fischsorten, Kräutern der Provence, Olivenöl, Knoblauch, Zwiebeln und sicher einer gehörigen Portion Liebe zum Essen gemacht.

Mein persönlicher Liebling ist die Ratatouille. Dieser ursprünglich bäuerliche Gemüsetopf entstand einst als Resteverwertung, ist aber einfach nur schön in seiner Simplizität. Paprika, Zucchini, Aubergine und Tomate werden erst getrennt voneinander angedünstet um dann nochmal zusammen mit Zwiebeln, Knoblauch und Gewürzen in Olivenöl einen richtig schönen mediterranen Geschmack zu bekommen. Dieser ist köstlich für sich allein, ergibt aber auch eine wunderbare Beilage.

Muschel- und Meeresfrüchtetopf

Muschel- und Meeresfrüchtetopf

Ansonsten empfiehlt sich am Meer natürlich alles was mit lokalen fangfrischen Meeresfrüchten zu tun hat. Wenn man schon mal vor Ort ist, dann sollte das auch genutzt werden! Meine persönliche Empfehlung hierzu sind diverse Muscheltöpfe, die entweder mit Weißweinsoße oder nach Art der Provence, teils noch im Sud mit anderen Meeresfrüchten, serviert werden. Gehört für mich mindestens einmal pro Besuch zum Pflichtprogramm.

 
Als stilechter Hobbyfranzose muss man zwischen den Bissen hin und wieder einmal die Geschmacksknospen mit etwas Wein frei spülen. An der Côte d’Azur ist das standesgemäß ein Rosé. Der wird in der Gegend angebaut und wer möchte, kann sich selber durch diverse lokale Weingüter probieren, wie zum Beispiel der Domaine de la Croix. Nirgends schmeckt Rosé so gut wie in der Luft da unten. Er eignet sich auch hervorragend um sich etwas in Stimmung zu halten ohne dabei wirklich gefährlich zu werden. Beachtet man die einfache Grundregel immer mal wieder ein Glas Wasser und vielleicht noch etwas festes dazwischen zu sich zu nehmen, erhält man kopffreies Weinvergnügen.
 
Wer eher so der Typ für süße Alkopops ist, dem wird der Szenedrink Ice Tropez sicher zusagen. Dabei wird der Rosé mit Nektarinenextrakt, Pfirsicharoma und Sodawasser verpfuscht aufgepeppt. Besonders beliebt ist diese lokale Kreation erfahrungsgemäß bei den Damen.

Wem das noch nicht süß genug ist kann sich einen Tarte Tropézienne gönnen. Das ist ein Kuchen aus Hefeteig, der einmal quer durchschnitten und mit einer speziellen Creme gefüllt wird. Die Konditorei des Erfinders gibt es noch vor Ort.

La tarte tropezienne

La tarte tropezienne

Ich hoffe Euch läuft jetzt das Wasser im Munde zusammen! Geht vielleicht erstmal was essen. Etwas leichtes vielleicht, denn als nächstes geht es an den Strand. Dranbleiben!

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